TRIVALENT Project – gegen Gewalt und für bessere Kommunikation
Wie können Radikalisierung und Gewalt frühzeitig erkannt werden? Welche Rolle spielen Kommunikation, gesellschaftlicher Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis? Und wie können Institutionen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam dazu beitragen, Konflikten und extremistischen Entwicklungen vorzubeugen?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich TRIVALENT.
Der Name geht auf das europäische Forschungsprojekt „Terrorism Prevention via Radicalisation Counter-Narrative“ (TRIVALENT) zurück. Das im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 geförderte Projekt untersuchte zwischen 2017 und 2020 die Ursachen gewalttätiger Radikalisierung in Europa und entwickelte Ansätze, mit denen Prävention, Früherkennung und Kommunikation verbessert werden können.
Heute bietet trivalent-project.eu Informationen und Beiträge rund um die Themen Gewaltprävention, Kommunikation, gesellschaftliches Zusammenleben, Bildung und verantwortungsvolle Entscheidungsfindung.
Woher TRIVALENT kommt
Das ursprüngliche TRIVALENT-Projekt wurde von der Universität Roma Tre koordiniert und brachte Fachleute aus unterschiedlichen europäischen Ländern und Arbeitsbereichen zusammen.
Beteiligt waren unter anderem Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Polizeibehörden, technische Partner sowie Akteure aus weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit war ein wichtiger Bestandteil des Projekts.
Denn Radikalisierung und Gewalt lassen sich nicht aus nur einer Perspektive erklären.
Psychologische, soziale, politische, kulturelle und kommunikative Einflüsse können ineinandergreifen. Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung digitaler Kommunikation und sozialer Netzwerke. TRIVALENT verfolgte deshalb einen Ansatz, der unterschiedliche Sichtweisen miteinander verband.
Prävention statt ausschließlich Reaktion
Ein zentraler Gedanke des Projekts war, dass der Umgang mit gewalttätigem Extremismus nicht erst dann beginnen sollte, wenn bereits eine Straftat begangen wurde.
Prävention setzt früher an.
Dazu gehört es, gesellschaftliche Entwicklungen zu verstehen, Anzeichen problematischer Radikalisierungsprozesse zu erkennen und Menschen zu erreichen, bevor sich Konflikte weiter verschärfen.
Gleichzeitig dürfen Sicherheitsfragen nicht isoliert betrachtet werden. Grundrechte, Integration, kultureller Dialog und der Abbau von Diskriminierung spielten deshalb ebenfalls eine wichtige Rolle.
Dieser Grundgedanke ist auch für viele andere gesellschaftliche Bereiche relevant: Gute Kommunikation, gegenseitiger Respekt und ein offener Umgang mit Konflikten können dazu beitragen, Eskalationen zu vermeiden.
Kommunikation als wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens
Kommunikation entscheidet häufig darüber, ob unterschiedliche Standpunkte zu einem konstruktiven Austausch oder zu einem Konflikt führen.
Das gilt innerhalb von Familien ebenso wie in Schulen, Unternehmen, Organisationen, Behörden oder im öffentlichen Raum.
Deshalb beschäftigt sich diese Website nicht ausschließlich mit Extremismus oder Radikalisierung. Wir betrachten Kommunikation aus einer breiteren Perspektive und greifen Fragen auf, die unseren Alltag und unser gesellschaftliches Zusammenleben betreffen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Gewaltprävention in unterschiedlichen Lebensbereichen
- Kommunikation und Konfliktlösung
- gesellschaftlicher Zusammenhalt
- der verantwortungsvolle Umgang mit Informationen
- Bildung und Wissensvermittlung
- Entscheidungsfindung
- Zusammenarbeit innerhalb von Teams und Organisationen
- digitale Kommunikation
- gesellschaftliche und soziale Entwicklungen
Unser Ziel ist es, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und unterschiedliche Blickwinkel sichtbar zu machen.
Gewaltprävention beginnt im Alltag
Gewalt kann viele Formen annehmen. Sie kann körperlich oder psychisch sein, offen auftreten oder über lange Zeit unbemerkt bleiben.
Prävention betrifft deshalb nicht nur Polizei, Politik oder spezialisierte Einrichtungen.
Auch Familien, Schulen, Vereine, Arbeitgeber und jeder Einzelne können dazu beitragen, ein Umfeld zu schaffen, in dem Konflikte möglichst ohne Gewalt gelöst werden.
Auf trivalent-project.eu beschäftigen wir uns unter anderem mit Gewaltprävention gegenüber Kindern und Frauen, Gewalt innerhalb von Familien sowie der Frage, wie unsere Gesellschaft insgesamt besser mit Konflikten umgehen kann.
Dabei möchten wir informieren und sensibilisieren, ohne komplexe Probleme auf einfache Antworten zu reduzieren.
Wissen schafft Orientierung
Eine offene Gesellschaft lebt davon, dass Menschen Zugang zu Informationen haben, Zusammenhänge verstehen und sich eine eigene Meinung bilden können.
Deshalb verstehen wir TRIVALENT auch als Wissensplattform.
Unsere Beiträge greifen gesellschaftliche Fragestellungen ebenso auf wie Themen aus Kommunikation, Bildung, Arbeitswelt und Alltag. Entscheidend ist dabei der praktische Nutzen: Inhalte sollen nicht nur informieren, sondern Leserinnen und Lesern dabei helfen, Zusammenhänge besser einzuordnen.
Gerade in einer digitalen Informationswelt, in der Nachrichten und Meinungen innerhalb weniger Sekunden verbreitet werden können, wird die Fähigkeit zur kritischen Einordnung immer wichtiger.
Unterschiedliche Perspektiven zulassen
Gesellschaftliche Fragen sind selten schwarz oder weiß.
Menschen bringen unterschiedliche Erfahrungen, kulturelle Hintergründe, Interessen und Überzeugungen mit. Ein konstruktiver Dialog setzt voraus, diese Unterschiede wahrzunehmen und dennoch miteinander im Gespräch zu bleiben.
TRIVALENT steht deshalb für einen offenen Umgang mit verschiedenen Perspektiven.
Das bedeutet nicht, Gewalt, Hass oder Diskriminierung zu relativieren. Vielmehr geht es darum, die Ursachen von Konflikten zu verstehen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Kommunikation und Prävention zu einem respektvolleren Zusammenleben beitragen können.
Von europäischer Forschung zur Wissensplattform
Das ursprüngliche EU-Forschungsprojekt TRIVALENT lief von Mai 2017 bis April 2020. Seine Forschung beschäftigte sich insbesondere mit gewalttätiger Radikalisierung, Präventionsmöglichkeiten, Früherkennung und sogenannten Counter-Narratives.
Die heutige Website knüpft thematisch an zentrale Fragen rund um Kommunikation, Gewaltprävention und gesellschaftliches Zusammenleben an und erweitert den Blick um weitere Themen aus Alltag, Bildung und Gesellschaft.
Damit bleibt ein Kerngedanke erhalten:
Probleme lassen sich besser lösen, wenn wir ihre Ursachen verstehen, Wissen zugänglich machen und miteinander kommunizieren.
Unser Anspruch
Wir möchten Informationen verständlich, zugänglich und praxisnah vermitteln.
TRIVALENT soll ein Ort sein, an dem Leserinnen und Leser Hintergrundwissen finden, neue Sichtweisen kennenlernen und Impulse für den eigenen Alltag erhalten können.
Denn ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander entsteht nicht allein durch Regeln und Institutionen. Es entsteht vor allem dort, wo Menschen zuhören, miteinander sprechen, Verantwortung übernehmen und bereit sind, voneinander zu lernen.
TRIVALENT Project – gegen Gewalt und für bessere Kommunikation.